Im zweiten Halbjahr hatten 14 Schülerinnen und Schüler unseres 9. Jahrgangs und unserer Internationalen Sprachfördergruppen eine besondere Chance: Im Rahmen des Projekts „Probierwerkstatt" konnten sie echte Berufsfelder hautnah erleben – nicht nur in der Theorie, sondern mit den eigenen Händen.
Das Projekt
Jeden Donnerstagnachmittag von 14:30 bis 16:30 Uhr öffneten sich in den Räumlichkeiten der Pro Arbeit e.V. in Wiedenbrück die Türen zu zwei spannenden Berufswelten. Schülerinnen und Schüler aus den Regelklassen sowie aus unseren Internationalen Sprachfördergruppen nahmen gemeinsam teil und lernten dabei nicht nur berufliche Grundlagen, sondern auch voneinander.
Die Idee hinter der „Probierwerkstatt“ ist einfach und wirkungsvoll: Ausprobieren, entdecken, wachsen. Wer weiß schon vorher, ob einem das Arbeiten mit Metall liegt – oder ob man ein Händchen für floristisches Gestalten hat? Genau das konnten die Jugendlichen hier herausfinden.
Floristik & Gestalten – Mit Kreativität und Fingerspitzengefühl
In der Floristik-Werkstatt tauchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die farbenfrohe Welt der Blumen und Pflanzen ein. Unter fachkundiger Anleitung lernten sie:
den sicheren Umgang mit Blumenschere, Draht und Steckschaum,
gängige Pflanzen und saisonales Grün zu erkennen und einzusetzen,
Techniken wie Stecken und Drahten von Blüten,
Gestaltungsgrundlagen zu Form, Proportion und Farbkombinationen.
Besonders beliebt waren die jahreszeitlichen Werkstücke: Ein Frühlingskranz zum Hängen oder ein kreativ gestaltetes Osterei – die Ergebnisse konnten sich sehen lassen und wurden mit sichtlichem Stolz nach Hause getragen.
Metall – Präzision, Technik und Sicherheit
In der Metallwerkstatt ging es handwerklich zur Sache. Bereits zu Beginn stand die Sicherheitseinweisung im Mittelpunkt: Schutzbrille auf, Handschuhe an – und dann los! Die Jugendlichen lernten:
den fachgerechten Umgang mit Feile, Metallsäge, Hammer, Schraubstock und Bohrmaschine
grundlegende Techniken wie Anreißen, Sägen, Feilen, Entgraten, Biegen, Körnen und Bohren
Verbindungstechniken wie das Verschrauben von Metallteilen
Unterschiede zwischen verschiedenen Metallen in Bezug auf Härte und Verformbarkeit
erste Einblicke in die Steuerungstechnik am Beispiel von Pneumatik
Für viele war es das erste Mal, dass sie eine Bohrmaschine in der Hand hielten oder Metall selbst bearbeiteten – eine Erfahrung, die bleibt.
Mehr als nur Berufsorientierung
Die „Probierwerkstatt“ war weit mehr als ein Schnupperkurs. Die Jugendlichen erlebten, wie es sich anfühlt, mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen – und das in einer professionellen Umgebung mit echten Werkzeugen und echtem Fachpersonal an ihrer Seite.
Besonders wertvoll war die gemeinsame Teilnahme von Schülerinnen und Schülern aus Regelklassen und Internationalen Sprachfördergruppen. Über das gemeinsame Tun entstanden Kontakte, Gespräche und ein Miteinander, das im normalen Schulalltag so nicht immer möglich ist.
Ein herzliches Dankeschön
Wir bedanken uns herzlich für die tolle Kooperation mit Frau Winkelsträter (Fachstelle Übergang Schule-Beruf) und bei Frau Kirchberg (Pro Arbeit e.V. in Wiedenbrück). Ein weiterer Dank gilt natürlich den engagierten Dozentinnen und Dozenten beider Werkstätten für die professionelle Begleitung, die Geduld und die Begeisterung, mit der sie unsere Schülerinnen und Schüler an ihre Berufsfelder herangeführt haben. So wurde uns die Durchführung dieses wichtigen Projekts auch in diesem Schuljahr ermöglicht.
Die „Probierwerkstatt“ hat wieder einmal gezeigt: Berufsorientierung funktioniert am besten, wenn man sie wirklich anfassen kann.
Remziye Ulaş-Savaş
(Koordination Internationale Sprachfördergruppen)