Gleich nachdem das Praktikum in der Jahrgangsstufe EF angekündigt wurde, mit der Möglichkeit ein Auslandspraktikum zu machen, habe ich mich mit meinen Eltern zusammengesetzt und darüber beraten, ob ein solches Auslandspraktikum für mich infrage kommen würde. Diese Chance wollte ich gerne nutzen und da wir Familie im Ausland haben, war es leicht für mich, mich nach Möglichkeiten und potenziellen Unternehmen im Ausland zu erkundigen, was mich schließlich auf ein Unternehmen in Texas (USA) bei meiner Großcousine brachte. Nach einer Videokonferenz mit dem Unternehmen und der Genehmigung der Schule konnte ich dann das Praktikum offiziell machen.
Nach 12 Stunden Flug und 3½ Umsteigezeit, war es dann so weit. Ich war ≈ 8.100 km entfernt von zu Hause, in Fort Worth, Texas. Zwei Tage hatte ich noch, um mir einen ersten Eindruck von der Gegend zu machen und mehr oder weniger zu entspannen. Meine ersten Vorstellungen von Wüste und Cowboys wurden mir dabei jedoch nicht bestätigt. Stattdessen sah man überall 6.2L Chevrolet Trucks und man wurde mit dem imperialen Einheitssystem konfrontiert, laut dem es 98°F war. Am darauffolgenden Montag war dann der erste Tag im Unternehmen.
Das Unternehmen Electro Acoustics Inc., ist ein auf Audio, Video und Lichtsysteme spezialisiertes Familienunternehmen, gegründet 1984. Sie planen, installieren und warten solche Systeme. Meistens arbeiten Sie für Kirchen, private Firmen, Stadien oder auch öffentliche Einrichtungen.
Gleich am ersten Tag hatte ich eine Rundführung mit dem Geschäftsleiter Luke Jordan, der mir jeden Bereich der Firma gezeigt und den gesamten Ablauf eines Projektes erklärt hat. In der Mittagspause wurde mir dann auch ein klassisches BBQ-Restaurant gezeigt, welches alle möglichen Sorten an texanischem Fleisch hatte.
Die restliche Zeit meines Praktikums war so aufgeteilt, dass ich jeden der Bereiche (Kaufmännisch, Design, Werkstatt, Installation und Wartung) inspizieren konnte. Im Kaufmännischen durfte ich Teil zweier Kundengespräche sein, indem die Systeme vor Ort beworben wurden. Anschließend durfte ich an einem Geschäftsessen teilnehmen.
Beim Design war ich für zwei Tage eingeplant, wobei mir vom Design-Team der Umgang und die Planung mit AutoCAD sowie mit Excel beigebracht wurde. Mitten im Praktikum hatte ich aufgrund des Nationalfeiertages, dem Independence Day, frei und konnte mir allerlei Umzüge und ein Feuerwerk am Abend anschauen.
In der Werkstatt durfte ich Kabel löten und die Programmierung von Audio- sowie Lichtsystemen bzw. Steuerungen wurden mir gezeigt.
An zwei Tagen war dann eine Installationsarbeit für mich geplant. Es war ein Projekt im Comerica Center, einem örtlichen Ice Hockey sowie Basketball Stadion. An diesen Tagen wurden Kabel verlegt, Bildschirme aufgebaut und Lautsprecheranlagen per Lift an die Decke gehängt. Am vorletzten Tag konnte ich jemanden vom Wartungsteam begleiten, mit dem ich bei einem örtlichen Rathaus Systemfehler behoben habe.Am letzten Tag fand ein gemeinsamer Abschluss mit dem Geschäftsführer, bei dem wir auf die zwei Wochen zurückgeblickt haben und zusammen noch in einem Texanisch/Mexikanischem (sogenannten Tex Mex) Restaurant gegessen haben, statt.
Nach den zwei Wochen Praktikum hatte ich dann noch eine weitere Woche, um ein wenig Sightseeing, etc. zu machen. Bspw. war ich noch in der texanischen Hauptstadt Austin, welche ungefähr 3 Stunden Autofahrt von Dallas/Fort Worth entfernt liegt. Außerdem hatte ich noch Zeit, alles Mögliche an texanischem Essen zu probieren, wie bspw. richtiges texanisches Steak oder auch einfach ein wenig Fastfood.
Insgesamt war es eine spannende Erfahrung auf einem völlig anderen Kontinent und in einer völlig anderen Kultur zu sein und zudem auch dort ein Praktikum zu machen. Jederzeit würde gerne nochmal zurück, wenn sich die Gelegenheit bietet. Allgemein kann ich jedem so ein Auslandspraktikum empfehlen und rate dazu, bei bestehender Möglichkeit, diese nicht auszulassen. Zudem bietet ein Auslandspraktikum neben der Erfahrung einer neuen Kultur auch den Vorteil, sich im Englischen zu verbessern. Auch ich habe dies erlebt, auch wenn die ersten Tage anstrengend waren, wurde es im Verstehen und Sprechen immer besser und flüssiger, sodass ich dies als eine fortwährende Bereicherung im Allgemeinen sehe.
Zum Schluss möchte ich mich nochmal recht herzlich für die Genehmigung dieses einmaligen Erlebnisses bei der Moritz-Fontaine-Gesamtschule bedanken.